Ausblick des Bergplateaus auf den südlichen Teil der Insel
La Désirade in ihrer Natur… Die letzten ausgewachsenen Mélocactus intortus (benötigt ca. 100 Jahre um diese Größe plus Cephalium zu erreichen)
Leguan „délicatissima“ (der Kleinen Antillen) in seinem natürlichen Lebensraum auf La Désirade
Verbreitete Orchideenart der Insel La Désirade „Brassavola cucullata“
Die Insel La Désirade, zugehörig zu den Kleinen Antillen, wird schon seit Jahrhunderten bewohnt. Zu allererst lebten hier die Indianer, die die Insel „Oualiri“ und „Cayooli“ nannten.
Den heutigen Namen „La Désirade“ verdankt die Insel Christoph Kolumbus, der diese auf seinem Seeweg am 2. November 1493 entdeckte. Der Name findet seinen Ursprung im Spanischen und ist abgeleitet von dem Wort „désirada“ oder „Deseada“, die Ersehnte!

La Désirade ist 8 km von der Halbinsel Pointe des Châteaux (östlichster Punkt der Insel Guadeloupe) entfernt und misst eine Länge von 11 Kilometern und eine Breite von 2 Kilometern. Ihre Hauptstadt sowie der Haupthafen heißen „Beauséjour“. La Désirade ist zum einen durch einen Bergzug, der den größten Teil der Insel einnimmt und zum anderen durch eine Küstenregion von 100-200 Metern gekennzeichnet, die den bewohnten Teil der Insel darstellt und für ihre vielen geschützten Strände mit Korallenriffen bekannt ist. Der höchste Punkt der Insel, la Grande-Montagne, erreicht 273 Meter Höhe über dem Meeresspiegel.

Auf verschiedenen Wegen, die durch die Berghöhen laufen, kann man den nördlich gelegenen Berghang, die naturbelassene Steilküste und die dichtgewachsene Vegetation in der nur ein paar Vogelarten leben, erkunden. Hier findet man viele Pflanzen, die es nur selten gibt oder gar vorm Aussterben bedroht sind.

Die Vegetation zeichnet sich hauptsächlich durch eine hohe Trockenheit aus. Man findet Pflanzen wie beispielsweise den Säulenkaktus, Opuntien und den Melocactus intortus („Tête à l’anglais“). Allerdings findet man auch eine mesophile Vegetation (Lebewesen, die eine mittlere Temperatur bevorzugen) in windgeschützten Schluchten, die das Plateau umsäumen. Hier wachsen unter anderem Jotoba-, Kapok- und Goyaven-Bäume. Mangroven-Bäume sind mittlerweile fast ganz von der Insel verschwunden.

Die Tierwelt besteht größtenteils aus Seevögel wie Fregatten, Pelikane, Rotschnabel-Tropikvögel und Tiere wie die Leguane der kleinen Antillen oder Agutis, auch „goldbraune Hasen“ genannt.

Zu La Désirade gehören auch die Inseln von Petite-Terre. Die beiden kleinen Inseln sind Kulturerbe für Flora und Fauna und wurden 1998 sogar zum Naturschutzgebiet ernannt.

La Désirade stellt einen ungemein hohen wissenschaftlichen Wert dar. Aufschlüsse und diverse Gesteine (Basalt, Andesit, Kalk, Sediment) sowie die Pflanzenvielfalt lassen es zu, die Geschichte der Insel, von der Bodenformation der Pliozän-Epoche bis heute, zu rekonstruieren.

Das Klima auf La Désirade ist größtenteils sehr trocken. Im Nord-Osten ist die Trockenheit am höchsten, auch als aridester Teil vom Archipel Guadeloupe bekannt.

Denkmäler und Sehenswürdigkeiten:
  • Der Leuchtturm von Pointe-Doublé
  • Das Naturschutzgebiet Petite Terre
  • Die Ruinen des Leprakrankenhauses  und der Baumwollfabrik
  • Der Seemannsfriedhof von Beauséjour
  • Viele Panorama-Aussichten über die Insel verteilt
  • Die Strände Grande-Anse, Souffleur et Baie-Mahault
  • Die Kapelle Notre-Dame du Calvaire, 1905 erbaut, letzte Etappe des Kreuzzugs. Hier haben Sie einen einzigartigen Blick über La Désirade und die umliegenden Inseln.
  • Die Kirche Notre-Dame-De-Bon-Secours, 1754 erbaut und erneuert nach den Wirbelstürmen 1899 und 1928. 1935 wurden ein Kirchturm und zwei Kapellen angebaut. Der Altar wurde aus Rohholz von Birnbäumen gebaut.
  • Die Steilküsten der Insel